Kein Ostermarsch, sondern ein Osterspaziergang (Ich habe diesen militärischen ‚Marsch’begriff noch nie gemocht!)

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„ Der Hase ist das Zeichen der Bewegung, ganz besonders in der eurasischen Steppe zwischen Ost und West und West und Ost. Wir werden also dieses friedliche Tierchen, was ja auch jedes Kind kennt, zum Friedenssymbol machen. Da sind wir allerdings verpflichtet, das Problem von Ost und West und West und Ost auch zu lösen. Und das haben wir uns vorgenommen.“ – Joseph Beuys: WDR-Interview am 16. März 1982

Zum Symbol wurde der Hase, als Beuys vor fast 40 Jahren ein autokratisches Herrschaftssymbol, eine Nachbildung der Zarenkrone Iwans des Schrecklichen öffentlich einschmolz und sie umgoss zu Hase und Sonnenkugel. Link

Anlässlich der documenta 7 entstand 1982 der Goldhase oder Friedenshase. Vom Besitzer einer noblen Bar hatte der Künstler die Nachbildung der Zarenkrone Iwan des Schrecklichen erworben. Ein bekanntes Ritual der Bar war das Auffüllen der Krone mit Krimsekt. Für Beuys waren Krone und Ritual Symbole einerseits einer überkommenen Feudalherrschaft, andererseits Auswuchs der Wohlstandsgesellschaft . Ganz im Sinne seiner Vorstellung von Transformation hat der Künstler die Krone in Kassel im Rahmen einer Aktion eingeschmolzen, sie wurde gewandelt und aus ihr wurde Neues geschöpft. Am Ende sind ein Hase aus Gold, der sogenannte „Friedenshase“, und eine Sonnenkugel entstanden, später floss der Erlös der Arbeit in die Pflanzaktion der Eichen. Link

Möge das derzeitige autokratische, autoritäre und Menschen verachtende Herrschaftssystem in Russland genauso schnell hinwegschmelzen, wie der Schnee von vor 10 Tagen! Und Platz machen für mindestens 147.000.000 friedensstiftende Ideen und ihre Umetzung!


Bewegung – Symbol – Ostern. Auf mich wartete das 3-Hasen-Fenster im Dom zu Paderborn. „“Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei.“ Dazwischen lag eine Tour von ziemlich genau 60 Kilometern: Des Nachts aus dem Ravensberger Hügelland durch die aufwachende Großstadt Bielefeld auf die Höhen des Teutoburger Waldes, mit Radarüberwachung und 30%. Frühstück auf dem 52. Grad nördlicher Breite.

Dann nach und nach abfallend in die sandige Kiefern- und Heidelandschaft der Senne, durchflossen von glucksenden kleinen Gebirgsbächen. Die Kilometer summierten sich: 20 -> 40 -> 60 Zwischendurch Lunch

Es ist schon etwas Besonderes, nach 60 Km Fußweg zum ersten Mal vor diesem Hasenrelief zu stehen, das mich als Symbol in Zusammenhang mit den Beuys-Hasen seit Jahrzehnten beschäftigt.

Einen Bericht mit noch mehr Bildern und bereits lebhafter Kommentierung hierüber gibt es auf der Wander-App Komoot.


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