Wandern in Corona-Zeiten

Es begann als eine Wanderung im benachbarten Gebirge. Ein paar entspannte Stunden Abstand von Corona und sonstigen Viren waren geplant; eine kleine schreckensfreie Auszeit. Der Tag war sonnig, aber mit frischem Wind aus Nordost. Letzterer wurde oben auf dem Berg unterstützt vom Kaiser, der mit weit ausgetrecktem Arm den Krankheitserregern befahl, vorbeizuziehen. Und wir (als Fußvolk?) erschlossen uns, zunächst den Höhenzug nahe an dessen Basis in Ost- West-Richtung zu erschließen. Doch nach einiger Zeit war der geplante Weg versperrt.

Im Wald, gesperrter Weg, Enttäuschung, Forstarbeiten

Was tun? Abbbrechen, umkehren oder Geldbuße riskieren? Es bot sich eine Höhenlinie an zum Folgen. Nach einer etwas unwegsamen Strecke zeigte sich ein Interesse erweckender Fund. Wie kam dieser Felsblock hierher? Warum und wovon war der Riesenstein gespalten? Handelte es sich etwa um eine wenig bekannte Arbeit des Steinbildhauerkünstlers Ulrich Rückriem?

Gespaltener Felsblock im Wald

Plötzlich tat sich linker Hand des Weges ein abgrundtiefes Loch in der Erde auf. Aus Bodenlosigkeit schimmerten Baumwipfel dem Licht entgegen; im Hintergrund erhob sich eine Felswand steil in den blauen Himmel. Was war das? Allein der Blick in die Unergründlichkeit ließ schaudern. Was könnte sich dort unten befinden? Kein Abstieg zeigte sich, stattdessen schien der weitere Verlauf sich gegen Wanderer zu sperren.

Unwegsamer Wanderweg im Wiehengebirge

Immer gewaltiger stellte sich die Erdöffnung links des Pfades dar, der sich sich zusehends zu einem sehr schmalen Grat verengte. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit waren auf einmal gefordert – und das in einem nicht einmal sehr hohen Mittelgebirge. Die angestrebte Muße war auf einmal weit entfernt.

Schmaler Grat am Kalksandsteinbruch nahe der Lutternschen Egge, Wiehengebirge

Aufatmen nach Bewältigung dieser Schlüsselstelle – und tatsächlich war von der anderen Seite der Zugang mit einem riesigen Haufen an Baumschnitt gesperrt, der für den Weiterweg überwunden werden musste. Nachdem wieder gebahnte und markierte Wege erreicht waren, war es Zeit für ein Picknick und Gelegenheit zum googlen. Was war das für eine Riesengrube hinter mir?

Picknick mit Brötchen im Wiehengebirge

Und es lief mir eiskalt den Rücken herunter, als ich auf dem Handy die Information erhielt, dass dieser Ort die Heimat des Monsters von Minden war! Zum Glück hatte es uns unbehelligt gelassen – und wenn die Museen wieder geöffnet sind, werden wir es in Münster besuchen. Bericht plus eigene Fotos dazu folgen — bis dahin: Bleibt gesund!

Wanderstrecke uaf Komoot

Mehr dazu auf Komoot.


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