Achter Wandertag, 01. Oktober 2018

Blumberg-> Engen, 26,6 km   6:11 h

533m auf   708m ab

2331 kcal

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In der Nacht hatte es geregnet, für den Tag waren 90 % Regenwahrscheinlichkeit angekündigt. Zunächst ging es wieder über die europäische Wasserscheide – zu meiner rechten Hand via Wutach/Rheinzur Nordsee, zur Linken via Donau ins Schwarze Meer.

Marscherleichterung durch Gepäck- oder Personentransport gab es keine, das schöne Fahrzeug musste vor Ort bleiben.

Bis Viertel Zwei (badische Uhrzeit!) umkreisten uns die Niederschlagsgebiete. dann hieß es doch: Anoraks auspacken! Die Hegauer Vulkane versanken in den Wolken. Diese auch „des Herrgotts Kegelspiel“ genannte Ansammlung von Vulkanresten ist entstanden aus dem Zusammenwirken von vulkanischer Tätigkeit vor über 10 Millionen Jahren, dem Erstarren des Gesteins in den Schloten und dem Abräumen des Sedimentgesteins durch Eiszeiten vor nur 150.000 Jahren. Übrig blieben Basalt und Phonolith, die das heutige Aussehen bestimmen. Auch bei Niederschlag.

Die Hütte am Alten Postweg bot Schutz. „Der Alte Postweg wurde bereits 1561 von Boten teils zu Fuß, aber auch als Berittene genutzt um Nachrichten von Engen bis ins Elsass zu übermitteln.“

Zum ersten Mal auf unserer Wanderung war es kalt – und die Phantasien gingen Richtung Glühwein und Grog. 😳
Die schwarzen und weißen Schafe auf der angrenzenden Weide ließen sich davon nicht beeindrucken und schienen das Brettspiel ‚Dame’ zu spielen.

Wir stärkten uns an kalten belegten Brötchen und mit kaltem Leitungswasser; erfreuten uns aber am Flug der Rüttelfaken und Sperber.
Die Weiterführung des Weges führte uns, nachdem der Regen aufgehört hatte, an eine weitere historische Stätte, das Napoleonseck auf 800m Höhe.

Vor über 200 Jahren war diese Region umkämpftes Gebiet zwischen Franzosen und Österreichern. „In den Jahren 1799 und 1800 zog die Kriegsfurie durch den Hegau. Zu dieser Zeit herrschte in Europa ein Krieg, der in der Folge der Französischen Revolution von 1789 ausgebrochen war. Doch damals ging es schon lange nicht mehr um die Frage des besseren politischen Systems zwischen der Französchen Republik und dem von einem Kaiser regierten Österreich. Handfesteres stand auf dem Spiel, nämlich die Frage, wer Mitteleuropa unter seine Kontrolle bringen konnte.“ Es ist heute kaum mehr vorstellbar, dass angesichts des kleinen Städtchens Engen (Kernstadt heute ca. 6.000 Einwohner) damals zwei Heere von 50.000 bzw. 60.000 Mann sich gegenüber standen. Noch heute werden unter den Feldern und in den Wäldern notdürftig Begrabene vermutet.

Umso freundlicher präsentiert sich das mittelalterliche Stadtbild; der Hohenhewen lädt schon zur nächsten Etappe ein.


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