• Der Eggeweg
    Im Adlerfarn-Dschungel

    Den Hermannsweg haben wir vom Herbst 2020 bis ins Frühjahr 2021 in XVII Rundwanderungen absolviert – 358 km für die 160 Kilometer lange Strecke. Der Eggeweg ist die südliche Verlängerung ins Sauerland – die gut 70 km machen wir als thruhike. In zwei Tagen.

    Da wir die Velmerstots schon absolviert haben, steigen wir vom Bahnhof Sandebeck auf zum Feldromer Berg und lernen bald schon am Rehberg sehr interessantes über den optischen Telegraphen in Preußen: Berlin – Koblenz 1832–1852. „Der Preußische optische Telegraf war ein zwischen den Jahren 1832 und 1849 bestehendes telegraphisches Kommunikationssystem zwischen Berlin und der Rheinprovinz, das behördliche und militärische Nachrichten mittels optischer Signale über eine Distanz von 588 Kilometern übermitteln konnte.“ (Wiki) Ähnliches beschreibt uns eine Informationstafel. Weitere werden folgen, berichtetend über Geschichtliches und Regionales. Eine sehr angenehme Art, sich wandernd fortzubilden und genaueres über die Gegend zu erfahren, die man gerade durchquert. Die Höhenlage bewegt sich deutlich über den 4000er Bereich hinaus; der Dübelsnacken ist der höchste Punkt des ersten Tages mit 4360 Höhendezimetern und bietet eine wunderbare Fernsicht.

    Blaubären gibt es an beiden Tagen genug zum Sattessen.

    Wie das auf einer solch langen Wanderung so ist, besteht reichlich Gelegenheit, nachzudenken ‚übers Leben‘:
    Der Wegweiser ‚Teufel‘ ist im finstern Wald kaum zu erkennen, schon gar nicht, wo es in die andere Richtung hin geht. Der Wegpunkt ‚Ewigkeit‘ hingegen erstrahlt im hellsten Sonnenlicht! Was will uns das sagen?

    Zur Wegbeschaffenheit: Wunderbare Abschnitte wie beworben: Fernsicht, Ursprünglichkeit, aber auch deutliche Bestätigungen des Waldschadensberichtes. Ärgerlich sind einige Abschnitte des „ersten Wanderwegs Deutschlands, der vom Deutschen Wanderverband im Jahr 2004 das Gütesiegel „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ erhalten hat“. Vor der Abzweigung zur Iburg ist das Weiterkommen durch Baumfällarbeiten verrammelt; immerhin ist ein Umgehen auf der parallelen Straße möglich. Keine Markierung, kein Hinweis, auch nicht im Internet. Oberhalb der Teutoniaklippen (Tag 2) wird es noch schlimmer. Komoot zeigt: ‚Hier längs!‘ – das Auge sagt: ‚Verwüstet‘. Über Äste und Baumstämme kletternd gilt es mühsam den Weg zu finden, ausweichen (die Klippen hinab?) unmöglich. Weiterhin: Gefühlt hat dieser Premiumwanderweg deutlich mehr Asphaltkilometer, als die Wanderapp mit 4,37 km bei der Planung vorher angibt. Ich erspare mir hier Fotos von Abschnitten, bei welchen ich mich gefragt habe, warum ein Holzabfuhrweg auf einmal asphaltiert ist. Die Markierung ist immerhin fast durchgehend ausgezeichnet und gut auffindbar.

    Andererseits unsere Highlights: Hinter Herbarm-Wald führt die Tour durch Lärchenwald am Rande eines Steilabfalls („Teufelsküche“) entlang über den Klippenweg auf den alten Eggeweg. Vor allem der kurze Steilabstieg ist herausfordernd und eindrucksvoll. Weiterhin: Übermannshoher Adlerfarndschungel auf zwei Abschnitten (hier gilt allerdings erhöhter Zeckenalarm!). Eine große Überraschung ist auch die ‚Wüstung Blankenrode‚, von der wir vorher nicht wussten, was uns erwartet. Auf einmal ertönen Hornrufe, es erklingt Pferdegetrappel und Kirchengeläut; erst nach und nach realisieren wir, dass hier eine akustische Zeitreise als Hörmuseum eingerichtet ist. Sehr interessant, nicht nur für Kinder! Im aktuellen Ort Blankerode erfreut unter einer Laterne nach 22 Kilometern Wanderstrecke am Straßenrand ein großer Kühlschrank mit kalten Getränken zur Selbstbedienung, einfach zu bezahlen per PayPal. Bei den bereitstehenden Sitzgelegenheiten entspannt sich mit einem jungen Postzusteller eine Unterhaltung über den Ort und die sich entwickelnde Infrastruktur. Tenor: Gasthäuser und Pensionen, in denen früher die Gäste aus dem Ruhrgebiet Urlaub machten, sind geschlossen, übrig geblieben ist immerhin dieses Getränkeangebot für Wanderer und Radfahrer.

    Übernachtung in Willebadessen im gastfreundlichen und angenehmen Landgasthof Deutsches Haus. Aus dem Alter für Tarp-Übernachtungen sind wir raus.

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    Kleines Fazit: Bei guten äußeren Voraussetzungen hat alles geklappt. Material ok, Personal bereit. GTA wir können kommen! Der Traum könnte wahr werden …

  • Endlich wieder Mittagstisch!

    Endlich wieder einmal Mittagstisch! Ohne Worte. Einfach nur Bilder, die beim Betrachten hoffentlich nicht zuviel Mucin und Ptyalin entstehen lassen.

  • Endlich wieder kleinKUNST!

    Gefühlt seit mehreren Ewigkeiten gab es keine Kleinkunst mehr. Und nun, am 16. 07. 2021 abends in Löhne: Eine Bühne! Akteure! Publikum! Beifall!!!

    ‚Akrobatik trifft Musik‘ nannte das örtliche Kulturbüro den Abend. Ole vom Duo Aramelo zeigte eine fulminante Einmann – Trampolin – Show.

    Das Duo ‚Dig & Digger‘ vereinte Musik und Comedy am lauen Sommerabend.

    Am Folgeabend in Herford: Falsche Wunder von echten Schwindlern. ‚The Sideshow Charlatans‘ zeigten in ihrer mehrfach prämierten SchaubudenZauberRevue Kunststücke, die so auf deutschen Bühnen nicht oder nur selten zu sehen sind

    Endlich wieder Bühne! Endlich wieder Akteure! Endlich wieder Publikum! Endlich wieder Beifall!

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