• Können Münzen an Covid 19 erkranken?

    Ja!

    Symptome: Grünspan angesetzt, stumpf, unangenehme Griffigkeit. Vielleicht sogar etwas modrig, weil zu lange im Dunklen und Kühlen in der verschlossenen Börse im Keller gelagert.

    Nach 819 Tagen Pause (C-bedingt) sollte das Zauberkunststück ‚Münzvermehrung‘ wieder zur Aufführung gelangen. Nun hat es in den letzten 2 1/4 Jahren durchaus einige wenige Zaubervorstellungen gegeben, aber keine mit relativ nahem Personenkontakt. ‚Startkapital wandert hin und her und vermehrt sich in Zuschauerhand.‘

    Ein aktuelles Vorstellungsfoto der Vermehrung der polierten Münzen steht derzeit nicht zur Verfügung, aber die Situation ist in etwa wie im Februar 2020, bevor wegen Corona jegliche Kleinkunst heruntergefahren wurde.

    Jetzt glänzen die Münzen wieder – nun lebt die Kleinkunst wieder auf, welche Freude!

    „Welch Glueck, wenn wir uns/euch wiederseh’n.“ (Zauberflöte)

    Die Kita-Kinder freuen sich auf ‚endlich ein Fest!‘, der Zauberer freut sich auf endlich wieder glänzende Augen und unterstützende Zauberpuste und Eltern kommentieren: „Welch eine wunderbare Kinderunterhaltung!“ Dabei sind sie selbst doppelt unterhalten worden: Mit dem eigenen Staunen in der Show und an der Freude am Vergnügen ihrer Kinder.

    Museumsfest im Industriemuseum Ziegelei Lage (2020 und 2021 verschoben). Zaubern vor dem ehemaligen Pferdestall und vor dem Eisenbahnwaggon. Es war eine Ehre, auf der gleichen Bühne spielen zu dürfen wie die Löffelpiraten!

    🎩🔮🎩🔮🎩

    Rückmeldung nach Kindergeburtstag am19. Mai 2022

  • Osterspaziergang zum 3-Hasen-Fenster

    Kein Ostermarsch, sondern ein Osterspaziergang (Ich habe diesen militärischen ‚Marsch’begriff noch nie gemocht!)

    Start @ Home

    „ Der Hase ist das Zeichen der Bewegung, ganz besonders in der eurasischen Steppe zwischen Ost und West und West und Ost. Wir werden also dieses friedliche Tierchen, was ja auch jedes Kind kennt, zum Friedenssymbol machen. Da sind wir allerdings verpflichtet, das Problem von Ost und West und West und Ost auch zu lösen. Und das haben wir uns vorgenommen.“ – Joseph Beuys: WDR-Interview am 16. März 1982

    Zum Symbol wurde der Hase, als Beuys vor fast 40 Jahren ein autokratisches Herrschaftssymbol, eine Nachbildung der Zarenkrone Iwans des Schrecklichen öffentlich einschmolz und sie umgoss zu Hase und Sonnenkugel. Link

    Anlässlich der documenta 7 entstand 1982 der Goldhase oder Friedenshase. Vom Besitzer einer noblen Bar hatte der Künstler die Nachbildung der Zarenkrone Iwan des Schrecklichen erworben. Ein bekanntes Ritual der Bar war das Auffüllen der Krone mit Krimsekt. Für Beuys waren Krone und Ritual Symbole einerseits einer überkommenen Feudalherrschaft, andererseits Auswuchs der Wohlstandsgesellschaft . Ganz im Sinne seiner Vorstellung von Transformation hat der Künstler die Krone in Kassel im Rahmen einer Aktion eingeschmolzen, sie wurde gewandelt und aus ihr wurde Neues geschöpft. Am Ende sind ein Hase aus Gold, der sogenannte „Friedenshase“, und eine Sonnenkugel entstanden, später floss der Erlös der Arbeit in die Pflanzaktion der Eichen. Link

    Möge das derzeitige autokratische, autoritäre und Menschen verachtende Herrschaftssystem in Russland genauso schnell hinwegschmelzen, wie der Schnee von vor 10 Tagen! Und Platz machen für mindestens 147.000.000 friedensstiftende Ideen und ihre Umetzung!


    Bewegung – Symbol – Ostern. Auf mich wartete das 3-Hasen-Fenster im Dom zu Paderborn. „“Der Hasen und der Löffel drei, und doch hat jeder Hase zwei.“ Dazwischen lag eine Tour von ziemlich genau 60 Kilometern: Des Nachts aus dem Ravensberger Hügelland durch die aufwachende Großstadt Bielefeld auf die Höhen des Teutoburger Waldes, mit Radarüberwachung und 30%. Frühstück auf dem 52. Grad nördlicher Breite.

    Dann nach und nach abfallend in die sandige Kiefern- und Heidelandschaft der Senne, durchflossen von glucksenden kleinen Gebirgsbächen. Die Kilometer summierten sich: 20 -> 40 -> 60 Zwischendurch Lunch

    Es ist schon etwas Besonderes, nach 60 Km Fußweg zum ersten Mal vor diesem Hasenrelief zu stehen, das mich als Symbol in Zusammenhang mit den Beuys-Hasen seit Jahrzehnten beschäftigt.

    Einen Bericht mit noch mehr Bildern und bereits lebhafter Kommentierung hierüber gibt es auf der Wander-App Komoot.

  • WALK!

    „Die Schirn beleuchtet Facetten des Gehens in der zeitgenössischen Kunst.“

    Diese aktuelle Ausstellung in der Kunsthalle Frankfurt am Main verbindet zwei meiner Interessensschwerpunkte: Zeitgenössische Kunst und Bewegung. Und da das Aktionsportal Bahndampf gerade günstige Tickets anbot ->->-> nichts wie hin!

    Die Struktur der Schau stellt sich fast wie eine Meta-Ebene der Bewegungs-App Komoot dar:

    ● Umherschweifen ● Beobachten ● Nicht-Gehen ● Erzählen ● GEHEN! ● Produzieren

    Alle diese Tätigkeiten finden sich in unterschiedlichen Formen und Schwerpunkten auch in den Kommentaren der Beiträge in Komoot wieder, die längst über eine Wander-App hinausgewachsen ist.

    Im begleitenden Faltblatt der Ausstellung ist die Rede von „psychogeografischen Erkundungen; Gefühl von Zugehörigkeit zu einer Landschaft; Prozess der räumlichen Ausdehnung mit gleichzeitiger Verdichtung; Wiedererobern von vom Militär geraubten Landmarken; gesteigertem Zustand der Wahrnehmung; Sammeln von Fundstücken und Eindrücken samt derer Umgestaltung.“

    Der geneigte Komoot-Kenner / die geneigte Komoot-Kennerin mag sich selbst einer Gruppierung zuordnen bzw. sofort deren Vertreter*in benennen können.

    „Das Gehen ist bewusste und zum höchsten Bewusstsein erhobene Tätigkeit, welche die Umwelt intensiver erscheinen lässt und die Einsicht in unsere grundsätzliche Abhängigkeit von dieser Umwelt und die Fähigkeit, mit ihr zu kommunizieren, herausfordert und herausfordern kann.“

    2 Beispiele:

    • Daniel Beerstecher bewegte sich für eine Performance auf einer Distanz von 42,195 km so langsam vorwärts, dass er gerade einmal 120 Meter pro Stunde zurücklegte. Insgesamt 6 Stunden pro Tag, 60 Tage lang, im meditativen Gehen. Alles per Video dokumentiert.
    • Regina José Galindo prangerte staatliche Gewalt in dem seit 36 Jahren andauernden Bürgerkrieg in Guatemala an. „Wer kann die Fußabdrücke auslöschen?“ Sie lief barfuß vom Verfassungsgericht zum Regierungspalast, tauchte immer wieder ihre Füße in eine Schüssel mit Blut, um eine Spur zu hinterlassen. Diese soll verweisen auf die überwiegend weiblichen Opfer militärischer Gewalt.

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    Zwischenfrage:
    Was hast du am 03. April 2020 gemacht, als Hamish Fulton (Nestor des Gehens als Kunstform) 49 Barfußschritte in jede Richtung auf Gras unternommen und der Amsel zugehört hat? Meine Aktivität findet sich tatsächlich auf Komoot:  https://www.komoot.de/tour/165969293

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    Etwas Rahmenprogramm gehört auch zu solch einer Tagesunternehmung: Ein wenig Mainufer, Frühling auf dem Teller, ein Gang durch die hässlichste Fußgängerzone Deutschlands, ein etwas historisierender Blick aus der schönsten Toilette Frankfurts. Oben im Eschenheimer Turm, in Richtung dahin, wo früher das geschätzte Rundschau-Haus stand. Über die Debakel der DB-An- und Abreise breite ich den Mantel des Schweigens.

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