10. August 2021 • GTA 6 Carcoforo -> Rima • 15,2 km – 07:41 h – 1248 Hm /

Ein fantastischer Tag kündigt sich an!

Das Tal liegt noch im Dunkel, die umgebenden Berge leuchten schon, tiefblauer Himmel – traumhafte Bedingungen und ich möchte nur schnell loswandern! Doch – heute geht es über den Colle Termo 2351m. Wie schreiben Haas/Kürschner in ihrem Führer: „Der Colle Termo ist nicht leicht zu knacken!“ Stimmt. Deshalb noch 2 Abschiedsblicke auf Carcoforo (laut Wiki ein Ort mit 74 Einwohnern), an einem etwas älteren Trimmgerät (Pranger?) aufwärmen und aufwärts …

… bis der Ort tief im Tal gerade noch auszumachen ist. Die äußeren Rahmenbedingungen beflügeln, leicht wie ein Wald-Mohrenfalter geht es bergan. Trotzdem sind Merinoshirt, Hut und Schweißtuch auf der ersten Alm, Trasinera Bella, klatschnass und müssen wie die Katze auf dem heißen Wellblechdach getrocknet werden.

Später wird es distelig, der Weg zieht sich. Doch irgendwann ist der Pass ‚geknackt‘, der Colle liegt zu meinen Füßen und die mitgeführten Äpfel und Zwiebacke können verzehrt werden. Leider fehlt der Cappucino von Dieter!

Beim Abstieg bezaubern Tiefblicke und Details wie die Bergnelken und auch der Enzian. Der Anstieg des nächsten Tages ist schon sichtbar, aber beim Blick von der entgegengesetzten Talseite sieht diese Passage als nicht machbar aus. Steil, Schneefelder, irgendwo ein weißes Haus – wie sollen wir dort hoch kommen? Kurz vor dem Ziel eine Hubschrauberperspektive auf Rima (laut Wiki eine Gemeinde mit 65 EInwohnern).

Die Bauweise vieler Häuser lässt erkennen, dass dieser Ort eine alte Siedlung der Walser ist. Auf dem Brunnenplatz vor der Bar Alpino spielt sich das öffentliche Leben ab. Kinder spielen an der Steintreppe, Großeltern gesellen sich dazu, ein Rennradfahrer erfrischt sich am Brunnen, zieht eine Windjacke über und stürzt sich wieder ins Tal. Die Jugend trifft sich vor dem Eingang zur Bar, auf deren Terrasse wird lebhaft begrüßt und diskutiert, während ein Mann in beigem Safari-Outfit das Ganze nur still umherschreitend für sich beobachtet. Kurz vor dem Angelusläuten um 18:00 Uhr erscheinen zwei Nonnen zum Kirchgang.

Doch unser Tagesziel liegt noch etwas außerhalb bergab: das Rigufio Brusà, gerühmt wegen seiner engagierten Küche und dem Weinangebot. Carlo erwartet uns schon, wir hatten zu lange auf dem Dorfplatz gechillt. Das Essen ist schon fertig: ● Risotto Zucchini ● Grüne-Bohnen/Tomaten-Gemüse mit excellentem Schweinebraten ● Montblanc; dazu ein piemontesischer Rotwein von herausragender ***** Qualität: “ … from the oldest vineyard of Ruché grapes … bright cherry in the glass … worth 45 $ at a restaurant …“ Empfehlung des Kochs, der ausschließlich piemontesische Weine auf seiner Karte (!) hat. So können wir den Tag gut auf dem Balkon ausklingen lassen. Im Sechserzimmer sind wir nächtens wieder zu zweit alleine.

֎ ֎ ֎ ֎

Übernachtung: Rifugio Brusà, Tel. +39 3466347687; sehr empfehlenswert; Mezzopensione 50 € p. P.

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Nachtrag: „Wandern und Genießen“ nannte sich eine Vierergruppe ehemaliger Studienfreunde im WhatsAppChat, die parallel zu uns auf diesem nördlichen Teil der GTA unterwegs war. Dabei trifft man sich immer wieder.


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