Waldbaden, eine Gruppe erkundet den Wald

„Shinrin Yoku“ bedeutet auf Deutsch so viel wie „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“. In Japan ist Waldbaden bereits ein fester Bestandteil der Gesundheitsvorsorge, denn viele Studien konnten dessen Wirksamkeit belegen. Wer sich im Wald aufhält, so zeigten Untersuchungen, senkt seinen Blutdruck und reduziert Stresshormone. Vielleicht liegt das an der Ruhe, die der Wald ausstrahlt, oder am besonderen Klima, das der Wald erzeugt.
„Shinrin Yoku“ hat mich schon früher beschäftigt – aber es ist ein großer Unterschied zwischen Wissen und Machen!

Zurückgehalten hatte mich bisher eine Skepsis, in eine Veranstaltung zwischen ‚hyggeliger Wohlfühlatomsphäre‘ und ‚Mindfulness Based Stress Reduction‘ zu geraten. Ende September war es dann doch so weit: Sonntag 27.09.2020 – 13.00 bis 17.00 Waldbaden „Shinrin Yoku“ : Die Akkus für die kommende Woche aufladen mit Klaus Heidel.

Einführungsvortrag zum Waldbaden

Nach Begrüßung und einer kurzen, sehr fundierten theoretischen Einführung konnten sich die 5 Teilnehmer*innen gleich auf praktische Übungen einlassen. Meiner Einschätzung nach macht es wenig Sinn, diese im einzelnen hier aufzuzählen, viel wichtiger (und empfehlenswert!) ist es, diese zu machen! Den Versuch einer Beschreibung hat ein Redakteur einer Lokalzeitung unternommen.

Bei einem ersten Resümee wurde mir deutlich, dass ich für derartig umfangreiche und weitgehende Sinneserfahrungen beim Nordic Walking deutlich zu schnell unterwegs bin – auch wenn ich im Wald in den Genuss der dort vorhandenen Duftstoffe und stärkenden Terpene komme.

„Der japanische Waldforscher Qing Li weist in seinen Arbeiten den Botenstoffen der Bäume eine zentrale Bedeutung zu. Er hat dafür die Wirkung von Terpenen erforscht. Terpene sind Phytonzide und dienen bei Pflanzen der Kommunikation und der Feindabwehr, etwa um schädliche Insekten abzuschrecken. „Wir atmen den Duftcocktail der Bäume ein und nehmen ihn über unsere Haut auf“, sagt Li. In einem Versuch ließ er Freiwillige in einem Hotel übernachten. Während sie schliefen, atmeten sie eine mit Terpenen angereicherte Luft ein. Am nächsten Tag untersuchten Ärzte, die wie die Probanden nicht wussten, um was es in der Studie geht, das Blut der Probanden und stellten fest: Die Zahl ihrer Killerzellen war deutlich angestiegen. Li: „Wer einen Tag im Wald verbringt, hat sieben Tage lang mehr natürliche Killerzellen im Blut.“ Quelle

Sich auf Details einlassen können. – Gezielte Perspektivwechsel vornehmen.

So erlebte ich das Waldbaden nicht als eine gezwungene Heimeligkeit oder Gemütlichkeit, sondern letzten Endes hinauslaufend auf einen wertschätzenden praktizierten Naturschutz.

Empfehlenswert und wiederholenswert!

Und tatsächlich: Die nächsten Wanderungen und Walkingrunden sind wir mit erweitertem und sensibilisiertem Bewusstsein angegangen.


2 Kommentare

Klaus Heidel · 25. Oktober 2020 um 8:55

Lieber Uwe.
Ich freue mich, dass es dir gefallen hat.
Ich wünsche dir, dass du hierdurch etwas für dich finden konntest. Vielen Dank für diesen tollen Bericht.
Liebe Grüße Klaus

    Uwe Möller-Lömke · 25. Oktober 2020 um 22:11

    Lieber Klaus,
    Danke für deine Bademeisterhinweise und deinen Kommentar! Wir sind seitdem tatsächlich etwas anders im Wald unterwegs; heute 4 1/2 Stunden im Teuto, davon 4 Stunden nur zwischen/unter den Bäumen. Viele Terpene erhalten – auch im Bewusstsein! https://www.komoot.de/tour/276713280

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