Ein Kulturausflug beinhaltet für mich gerne auch das Kennenlernen der Region und seiner Besonderheiten. Etwa ein regionales Frühstück, das in der bayrischen Landeshauptstadt das Weißwurstfrühstück ist. Später ein entspannender Besuch in einem der größten Stadtparks der Welt, dem Englischen Garten.

Es ist ein besonderes Erlebnis, im Zentrum des Viktualienmarktes das Erwachen des Marktlebens zu beobachten . Vor allem im Bewusstsein und in Wertschätzung der nach dem Lockdown wiedergewonnen Freiheiten! Die aktuelle Käselieferung aus Bad Tölz, die Führung kleiner Besuchergruppen über den Markt sowie die Einkehrmöglichkeit überhaupt – das hatte Zwangspause über Wochen. Umso angenehmer fühlt es sich jetzt an, nach Registrierung im kühlenden Schatten der Kastanien zu sitzen und den süßen Senf zu Verzehr und Getränk zu genießen!

Der Englische Garten verbreitet wie früher den Eindruck eines Freizeitparadieses. Parallel dazu eintreffende Nachrichten aus Ostwestfalen lassen die neuerliche Ausgangsperre im Kreis Gütersloh wie Zustände aus einer anderen Welt erscheinen.

‚Welch ein Glück‘ – mit einem fabelhaften Zitat grüßt die Bayrische Staatsoper Passanten und zukünftige Besucher*innen:

Wiedersehen und sich wieder Begegnen – wer hätte vor einigen Monaten ahnen können, was für ein bewegendes Glück dies sein kann!

Eine weitere klassisch-regionale Morgenmahlzeit gibt es am folgenden Tag im Bistro im Feinkostladen Käfer im Stammhaus an der Prinzregentenstrasse.

BISTRO FRÜHSTÜCK

Dann aber gilt es, der Hitze der Stadt zu entfliehen. Trotz Park sind Asphaltkilometer zu Fuß bei 25 Grad nicht sehr angenehm. Lieber etwas Seeluft um die Nase wehen lassen – am besten in der Münchener Badewanne. ‚Zum Glück‘ ist die Bayerische Seen- Schifffahrt schon wieder unterwegs!

Blue, blue, my world is blue!

Tiefes Durchatmen schon bei der Einfahrt mit der S-Bahn in den Bahnhof Starnberg: es öffnet sich ein Seepanorama, an dessen südlichem Ende die Konturen des Karwendelgebirges und seiner Vorberge im Blau erscheinen. Auf dem Bug der MS Starnberg präsentiert sich in Richtung Horizont eine Sinfonie aus Indigo, Veilchen, Ultramarin, Preußisch-, Zwetschgen- und schließlich Himmelsblau. ‚Im Atemholen sind zweierlei Gnaden …‘

Schloss Possenhofen am Westufer berichtet von der Jugendzeit der Kaiserin Sissi, die Roseninsel von ihren Treffen mit König Ludwig II. Heutigen Tags findet der Reisende am Landungssteg neuzeitlich maskierte Piraten.

Doch das eigentliche Ziel ist weniger historisch: Das ‚Museum der Phantasie‘ – auch Buchheim-Museum genannt – in Bernried am Starnberger See; eröffnet 2001 nach Plänen von Günter Behnisch, dem Architekten des Münchener Olympiaparks. Es verspricht Kunst, Genuss und Erholung am See. Diese Zusicherung wird eingehalten!

Nach abschließender Kreuzfahrt über den See lockt abends eine Einkehr im traditionellen Gasthof & Metzgerei Sonne in Starnberg. Hier wird Zwiebelrostbraten nach Wiener Art serviert; der Stammtisch draußen wird durch das Fenster hinterm Tresen bedient. Vitales und lebendiges Bayern! Das Hofbräuhaus München strahlt um 22:45 Uhr hingegen eine gespentische Leere aus; Nachwirkungen von Corona (Kellneraussage).

Bewegungsfazit in München (Montag 15 Uhr bis Donnerstag 9 Uhr):

72.000 Schritte!


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