Reifes Obst zum sofortigen Verehr hatte uns die Wanderung von Beginn an begleitet. Doch auf dem Bodanrücken steigerte sich dies noch einmal: Äpfel ohne Ende! Frau. M. meinte: „Noch nie habe ich so viele wunderbare Äpfel auf einem Fleck gesehen!“

Äpfel auf den Bäumen:

Äpfel unter den Bäumen:

Äpfel im Direktverkauf:

Äpfel eingepackt:

Äpfel nicht eingepackt:

Vor allem der Ort Stahringen schien eine einzige Apfelverkaufsanstalt zu sein. An jedem zweiten Haus Angebote ohne Ende:

Allerdings gab es keine Bank, die Sitzgelegenheit für das Mittagspicknick bot.  Auch nicht in der Bushaltestelle!  Schließlich fanden wir einige wärmende Steine, auf denen wir uns am Bahnübergang niederlassen konnten.

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Mir fiel bei dem stundenlangen Gehen durch dieses Obstparadies die Trotte in meinem Geburtsort Sasbach ein.  Am Lindenplatz lieferten die Bauern ihre Äpfel ab, diese wurden gewaschen und rutschten auf eine Presse zwischen Holzlatten.  Der frische Saft strömte in eine Stahlwanne.  Als Grundschulkinder Mitte der 50er Jahre  durften wir mit einem Becher daraus schöpfen:  Saft pur, unpasteurisiert und ungefiltert. DAS wäre jetzt etwas!

Als wären meine Fantasien erhört worden:  Kurz vor dem Ortsausgang von Steißlingen  stand eine Frau, schaute auf unsere Rucksäcke, sprach uns an: „ Weitwanderer bekommen bei uns ein Glas Apfelsaft! Herzliche Einladung! „  Wir ließen uns nicht zweimal bitten, und schon saßen wir mit dem Ehepaar im Garten unterm Apfelbaum.  Es gab eigenen Apfelsaft, gemischt mit Birne. LECKER 😋 und erfrischend!

Im intensiven Gesprächsaustausch stellte es sich heraus, dass die Beiden erfahrene Pilger waren, unter anderem auf dem kompletten Jakobsweg Nord. Das Gespräch drehte sich um Kinder (4vs4) Enkelkinder (8vs5), OpenStreetMap und Ruhestand.  Nur schwer konnten wir uns nach fast einer Stunde trennen,  es hätte Themen gegeben für einen ganzen Tag! Welch schönes, erfüllendes und erfrischendes Erlebnis❗️

Den anschließenden Wanderkilometer haben wir im Anstieg zur Ruine Homburg mit ca. 150 Höhenmetern sehr beschwingt in ca. 12 Minuten zurückgelegt.

Wanderhighlight!

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Oberhalb von Radolfzell-Möggingen durchquerten wir den Streuobst-Sortengarten, von wo auch das Beitragsbild ‚Winterzitronenapfel‘ stammt.

„Der Radolfzeller Streuobst-Sortengarten ist malerisch am oberen Ortsrand von Möggingen gelegen, von dort hat man einen tollen Blick auf den Mindelsee und Bodensee, und wer etwas Glück hat, auch auf die Alpenkette. Die alte Streuobstwiese haben wir 2012 wieder in Pflege genommen und vor allem mit alten, regionaltypischen Sorten ergänzt. Einen Schwerpunkt bilden dabei alte Apfelsorten. Durch den bunt gemischten Baumbestand führt ein Lehrpfad, der über die verschiedenen Sorten und den Lebensraum Streuobstwiese informiert. Der Sortengarten wird zur Hälfte extensiv mit Rindern beweidet und zur Hälfte als blumenreiche Wiese bewirtschaftet.“

Besuch empfehlenswert!
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Manche Bäume vermitteln tatsächlich den Eindruck, als seien sie mit goldenen Kugeln bereits für das Weihnachtsfest geschmückt:

Kategorien: Querweg 2018

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