Heute!
Bob Dylan!
In Bielefeld!
Und als ich vor Monaten die Ankündigung gelesen hatte, war das Konzert bereits ausverkauft.
Bob Dylan – der vor 50 Jahren große Teile meines Lebensgefühls formuliert und musikalisch in die Ohren gebracht hat.

Spätestens in der zweiten Hälfte der 60er Jahre teilten sich die jugendlichen Musikanhänger in Beatles- oder Rolling-Stones-Fans. Wobei der Beat und später auch der Rock zunächst eine Protesthaltung zum Ausdruck brachte, jedoch in Abstufungen. Die Beatlesanhänger wurden zwar als aufbegehrend, jedoch bürgerlicher eingeschätzt. Da ich mich dieser Peergroup deutlich zugehörig fühlte, ist es kein Wunder, dass eine Zeile mich besonders ansprach:
„Don’t follow leaders,“ das entsprach genau unserer Einschätzung Autoritäten gegenüber, „but watch the parkin‘ meters“ – wobei das Wörtchen ‚but‚ hier von mir eingefügt worden ist und unsere doch vorhandene Anbindung an die (angelehnte) Gesellschaft abbildet.

Mit seinen Texten der sechziger Jahre hat Dylan für mich einen wichtigen Identifikations-, Resonanz- und Kommunikationsraum geschaffen. Aktuell beschrieb die Lokalzeitung seine Formulierungen als ein diskursives Ereignis, ‚das den Raum für etwas anderes als sich selbst geöffnet hat, das jedoch zu dem gehört, das sie begründet hat“.

So waren es schwerpunktmäßig diese Motive und Bilder, die mich begleitet haben; Dylans Wandlungen der 70er Jahre ff. blieben mir fern. Mein biografischer Bogen spannt sich von einem das Reisetagebuch eröffnenden Beitrag einer Reisa nach Kreta 1975:bis hin zu einem der ersten Donnerstage in Rente.
Und ob ich diesen Bob Dylan heute Abend getroffen hätte – das wage ich zu bezweifeln.
Und trotzdem: Die Aktualitäten um die Nobelpreisverleihung haben eine persönliche Epoche wiederbelebt und gerundet.

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Abschließend noch einmal der Abstecher zu den Fab Four. Eine ihrer Zeilen ist mir in den letzten Jahren immer wichtiger geworden und gibt viel von meinem Lebensgefühl 2018 wieder (veröffentlicht 1965, zu hören hier.)

There are places I remember
All my life though some have changed
Some forever not for better
Some have gone and some remain
All these places have their moments
With lovers and friends I still can recall
Some are dead and some are living
In my life I’ve loved them all


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