Es ist eine neue und interessante Erfahrung, wenn ich jetzt unterwegs mit Mitwanderern oder auch Italienern ins Gespräch komme auf die jeweilige Berufstätigkeit. Auf Italienisch heißt das dann für mich: „Sono stato un insegnante per bambini handicappati.“ – ‚Ich bin gewesen …‘, es ist also vorbei. Und in der vollendeten Vergangenheit formuliert, weil dies in der anderen Sprache für mich viel einfacher ist. Trotzdem ist dieses Formulieren neu, ich war bisher ja noch gar nicht dazu in der Situation gewesen. Und im darüber Reden gewinnt es an Realität. Beim Weitergehen und darüber Reflektieren stellt sich mir dann die Frage: War es denn Perfekt oder Imperfekt, das Lehrersein?
Und über den aktuellen Austausch habe ich Vergleichsmöglichkeiten:
– für A. fing sein eigentliches freies Leben erst mit dem Renteneintritt an. Vorher gab es eine radikale Trennung zwischen seinen eigentlichen inneren Interessen und den stressigen Anforderungen des Berufes (‚freie‘ Wirtschaft‘).
– Andere stehen noch mittendrin in der erfüllten Berufstätigkeit (zum Teil in Begleitung mit erwachsenen Kindern) und genießen solch eine Wanderung als erholende Auszeit.
– R. konnte durch seine Schichtarbeit viele Überstunden und und lange Urlaubszeiten sammeln, die er für weltweite Reisen nutzte.
– U. M-L machte nie eine Trennung zwischen ‚Arbeit‘ und ‚Leben‘, das dann auch noch irgendwann stattzufinden hatte.
Und so fühle ich mich in der Zufriedenheitsskala zwischen Imperfekt und Perfekt deutlich eher zu Letzterem hingezogen. Und freue mich darüber, dass ich dies bei Gesprächen zum Ausdruck bringen kann.
Nenee, liebe Kolleginnen und Kollegen, es war bei weitem nicht immer alles perfekt. aber das gemeinsame Bemühen und Anliegen war deutlich und spürbar!
Und dann lese ich, dass es seit einiger Zeit beim Computer Konzern SAP Achtsamkeitsseminare gibt. Abgehalten von einem Director Global Mindfullness Practice. Es kann sicher nicht schaden, sich mehr der Achtsamkeit zu widmen. Aber, was haben wir denn in den letzten Jahren z. B. mit dem Wochenspruch geübt? Und jetzt stelle ich mich gerne in den Talkessel oder auf den Berg und rufe: „Io guardo nel mondo …“
Wo kommt das her?


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